Kinderrechte auf der Basis der UN-Kinderrechte ins Grundgesetz

Barbara Heuel; Marianne Guggenbichler; Dr. Bärbel Kofler; Abuzar Erdogan

13. September 2017

Die Geschäftsstelle des Deutsche Kinderschutzbunds in Rosenheim hat ihren Sitz in der Färberstraße in Rosenheim. Wer vorbei geht, mag sich vielleicht wundern, was hier geboten wird. Ein Kindergarten oder eine Stätte für Eltern-Kind-Gruppen? Das wäre viel zu kurz gegriffen und würde dem Tätigkeitsbereich des Deutschen Kinderschutzbundes nicht gerecht.

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Bärbel Kofler, MdB, und Abuzar Erdogan, SPD-Bundestagskandidat, konnten sich vor Ort überzeugen, dass in der Geschäftsstelle unterschiedlichste Fäden zusammenlaufen, die Familien, Eltern, Kinder und Jugendliche betreffen. Marianne Guggenbichler, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Rosenheim des Deutschen Kinderschutzbundes, sowie ihre Stellvertreterin Barbara Heuel nahmen sich viel Zeit, ihren Gästen die verschiedenen Bereiche zu erläutern. Hilfen zur Erziehung, Elternbildung, Hilfe nach Trennung und Scheidung oder Unterstützung von Kindern und Jugendlichen zählen zu den Kernbereichen des Deutschen Kinderschutzbundes.

Für Abuzar Erdogan war wichtig, inwieweit die steigende Tendenz von Kinderarmut auch beim Deutschen Kinderschutzbund wahrgenommen werde und welche Möglichkeiten geboten würden. „Alleinerziehende sind dabei besonders von Armut bedroht“ berichtet Marianne Guggenbichler. „Für Familien, die trotz Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten finanzielle Probleme haben, können wir über Spendenmittel einmalige Unterstützung anbieten, ob beispielsweise für den Kauf einer dringend benötigten Waschmaschine oder den Schwimmbadbesuch der Kinder.“

Auch bei der Integration von Flüchtlingsfamilien unterstützt der Kreisverband Rosenheim des Deutschen Kinderschutzbundes. So bietet er derzeit einen speziellen Elternkurs für Eltern mit Flucht- oder Migrationshintergrund in der Wasserburger Gemeinschaftsunterkunft an. Erdogan stellte in diesem Zusammenhang klar, dass geflüchtete Jugendliche nicht von Jugendhilfe ausgenommen werden dürften.

Ein großes Anliegen für Dr. Bärbel Kofler und Abuzar Erdogan waren die Kinderrechte. „Die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz ist ein Hauptanliegen des Deutschen Kinderschutzbundes. Die Kinderrechte sind die Basis unserer Arbeit,“ so auch Guggenbichler. „Wie Kinderrechte im Alltag berücksichtigt und umgesetzt werden können, erarbeiten wir im Herbst in einem Projekt mit den 1. bis 4. Klassen der Rosenheimer Prinzregentenschule“ ergänzt Barbara Heuel. Dr. Bärbel Kofler zeigte sich hiervon tief beeindruckt: „Eine ganz tolle Aktion, die ich gerne unterstütze, denn an vielen Orten der Welt ist Schulbildung ein Luxus, den sich nicht alle Kinder leisten können: Um das eigene Überleben zu sichern, müssen Kinder oftmals zu den Einkommen ihrer Familien einen Beitrag leisten. Manche Schulen sind zu weit weg, oder der Weg dahin zu gefährlich. An dieser Stelle ist die Politik gefordert einzugreifen. Das muss bei Achtung und Stärkung von Kinderrechten beginnen. Es gilt Raum zu schaffen, der es ermöglicht, dass sich Kinder überall auf der Welt entwickeln können“, so Kofler.

Erdogan schloss sich dem an, in dem auch er forderte: „Die Kinderrechte müssen auf Basis der UN-Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden!“ Die Frage, wie dies juristisch umgesetzt werden kann, auch im Hinblick auf die Menschenrechte oder Elternrechte, wird die Experten noch eine Weile in Anspruch nehmen.

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